Feierliche Zeugnisübergabe an der FOSBOS Hof

KI will die Moderation an sich reißen

Im Festsaal der Hofer Freiheitshalle, wo sonst große Konzerte, rauschende Bälle und gelegentlich hitzige Debatten stattfinden, gehörte die Bühne an diesem Abend ganz den 136 Absolventinnen und Absolventen der FOSBOS Hof. Und sie nutzten sie – mit Humor, Herz und einem Hauch künstlicher Intelligenz, die sich beinahe zu sehr in den Vordergrund drängte.

Zu Beginn stimmte ein Sketch von Schülerinnen und Schülern über den „Fluch und Segen der KI“ das Publikum humorvoll auf den Abend ein. Die digitale Intelligenz zeigte sich dabei in bester Übernahme-Laune und versuchte, die Moderation des Abends an sich zu reißen. Doch bevor die Freiheitshalle zur Serverfarm wurde, gelang es, die KI charmant auszubremsen. So führten Frau Geyer und Frau Meinel, zwei echte Menschen aus Fleisch und Blut, souverän durch den Abend. Die KI zog sich beleidigt in die imaginäre Cloud zurück.

Bürgermeisterin Angela Bier gratulierte im Namen der Stadt Hof – und tat dies mit einem lauten „Hurra!“, das nicht nur die Absolventinnen und Absolventen, sondern auch die Gäste in den hinteren Reihen des Festsaals aufhorchen ließ. Sie versetzte sich humorvoll in die Rolle der jungen Menschen und machte klar: Hof freut sich mit ihnen.

Auch Landrat Dr. Oliver Bär ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu erscheinen. Trotz eines Terminkalenders, der vermutlich selbst einer KI Kopfschmerzen bereiten würde, überbrachte er die Glückwünsche des Landkreises. Er betonte, wie wichtig junge, leistungsbereite Menschen für die Zukunft der Region seien. Er würde sich sehr freuen, wenn viele in der Region blieben oder irgendwann zurückkämen. Ihre Leistungsbereitschaft hätten die Absolventinnen und Absolventen mit der heutigen Zeugnisverleihung eindrücklich unter Beweis gestellt. Elternbeiratsvorsitzender Florian Riedel würdigte die Leistungen aus Sicht der Eltern. Er sprach vielen der Anwesenden aus der Seele, wenn er davon berichtete, wie viel Kraft und Energie die Unterstützung der Kinder manchmal erfordert. Die Schülersprecherinnen Hannah Wappler und Annalena Knüpfer blickten auf ihre Schulzeit zurück – auf hohe Hürden, die sich dank einer starken Gemeinschaft als überwindbar erwiesen. Ein Beleg dafür ist, dass nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler das Ziel verfehlten. Ein Jahrgang, der nicht nur durch Leistung, sondern auch durch Zusammenhalt glänzte.

Wie viel Einsatz und Engagement dieser Jahrgang zeigt, wird auch deutlich durch die zahlreichen Ehrungen für Schülerinnen und Schüler, die sich außerhalb des Unterrichts in das Schulleben eingebracht haben – im Schulsanitätsdienst, bei Schule ohne Rassismus, der Guten gesunden Schule oder im Tutorenprogramm. Herr Auer, Vorsitzender des Fördervereins, übernahm die Prämierung und lobte das vielfältige Engagement der Absolventinnen und Absolventen. Eine Schülerin, Nina Turowski, hat für ihr besonders vielfältiges Engagement sogar eine Einladung zur Ehrung der besten Absolventinnen und Absolventen in Bayern erhalten.

In seiner Ansprache setzte sich Schulleiter OStD Thomas Reitmeier kritisch mit folgendem Zitat von Steve Jobs auseinander: „Technologie ist nichts. Wichtig ist, dass man Vertrauen in Menschen hat. Wenn man ihnen Werkzeuge gibt, werden sie wunderbare Dinge damit tun.“ Während er dem ersten Teil voll zustimmte, sah er den zweiten kritisch. Die zunehmende Technologisierung führe nicht nur zu Chancen, sondern auch zu Zwängen und Ausgrenzungen – ein Gedanke, der perfekt zum KI Sketch passte.

Bei der Übergabe der Zeugnisse gratulierte Herr Reitmeier allen Absolventinnen und Absolventen herzlich. Besonders freute er sich über herausragende Leistungen – darunter ein Traumschnitt von 1,0, erzielt von Sebastian Weidauer. Die Besten erhielten Gutscheine, gestiftet vom Elternbeirat. Zusätzlich wurden Preise für die besten Seminararbeiten sowie Auszeichnungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), des Landesverbands der Russischlehrer in Bayern und des Vereins für Socialpolitik e. V. überreicht.

Das Musikprogramm – gestaltet von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften – sorgte immer wieder für Abwechslung und verlieh dem Abend einen festlichen Rahmen. Saxophonklänge, Gesang und Klavierstücke bescherten immer wieder, vor allem bei den Bildern zum Jahresrückblick, emotionale Momente.

Am Ende war klar: Die KI konnte sich mit der Übernahme des Festabends nicht durchsetzen. Die Freiheitshalle blieb fest in menschlicher Hand – mit echten Emotionen, echtem Applaus und echten Begegnungen.

Ein Abend, der zeigte, dass Technologie vieles kann – aber die Freude über 136 erreichte Abschlüsse, die Wärme eines gemeinsamen Moments und das Lachen eines Publikums gehören weiterhin uns Menschen.